Kinderarbeit stoppen

Gemeinsam gegen ausbeuterische Kinderarbeit

Jetzt mitmachen!

Albtraum ausbeuterische Kinderarbeit

Weltweit müssen 73 Mio. Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Sie setzen in Bergwerken und Steinbrüchen ihr Leben aufs Spiel, schuften auf Plantagen oder in Fabriken, nähen billige Kleidung oder knüpfen von morgens bis abends Teppiche.

Auch in Produkten, die wir hier in Österreich konsumieren, steckt – für uns erstmal unsichtbar – ausbeuterische Kinderarbeit: Im morgendlichen Kaffee, in der Tasse Kakao, in der Schokolade, im Wohnzimmerteppich, im Smartphone etc. Beim täglichen Lebensmittel-Einkauf können wir auf verlässliche Gütesiegel wie Fairtrade achten, da diese aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit vorgehen. Doch was ist mit dem nicht-zertifizierten Löwenanteil und Produkten mit komplizierten Lieferketten wie elektronischen Geräten?

Fordere Politiker/innen zum Handeln auf!

Um ausbeuterische Kinderarbeit aus den von uns gekauften Produkten zu verbannen, braucht es vor allem eines: Gesetze, die eine bessere Kontrolle von Herstellungsbedingungen verordnen.

Daher fordern wir die wahlwerbenden Parteien für die kommende Nationalratswahl im Herbst auf, den Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit und die gesetzlich verbindliche Verankerung von umfassenden menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in ihre Wahlprogramme aufzunehmen. Ein solches Gesetz wäre ein wirkungsvoller Schritt gegen ausbeuterische Kinderarbeit und andere gravierende Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen.

Unterstütze unsere Forderung! Jetzt Postkarte an die wahlwerbenden Parteien schicken:

Fülle das Formular aus und wir schicken die Postkarte in deinem Namen an die Parteien! 

 

Kinderarbeit stoppen Postkarte

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Gerne kannst du die Postkarte herunterladen, ausschneiden und selbst verschicken.


Das Bankhaus Schellhammer & Schattera hat sich freundlicherweise bereiterklärt „Kinderarbeit stoppen“ zu unterstützen und das Porto für die Postkarten zu übernehmen. Vielen Dank!

Mein Wunsch an Ihre Politik!

Kinderarbeit stoppen muss ins Wahlprogramm! 

Fülle das Formular aus und wir schicken die Postkarte in deinem Namen an die unten stehenden wahlwerbenden Parteien! 

Empfänger/innen
Sebastian Kurz, ÖVP, Lichtenfelsgasse 7, 1010 Wien
Pamela Rendi-Wagner, SPÖ, Löwelstr. 18, 1010 Wien
Norbert Hofer, FPÖ, Friedrich-Schmidt-Platz 4/3a, 1080 Wien
Werner Kogler, DIE GRÜNEN, Würtzlerstr. 3/3, 1030 Wien
Beate Meinl-Reisinger, NEOS, Neustiftgasse 73-75, 1070 Wien
Maria Stern, JETZT, Rahlgasse 3/3, 1060 Wien

 

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Informiert mich gerne weiter über den Fortgang dieser und ähnlicher Aktionen.

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Deine Spende unterstützt Kinder, die von Gewalt und Ausbeutung durch Kinderarbeit betroffen sind

Unsere Partnerorganisationen in Indien, Ghana und Kolumbien setzen sich mit deiner Spende für Kinderrechte und gegen ausbeuterische Kinderarbeit ein.

Herzlichen Dank dafür!

Indien: Kinderarbeit in der Teppichproduktion

Indien ist weltgrößter Exporteur von handgewebten Teppichen, die auch bei uns im Handel erhältlich sind. Allein im sogenannten Teppichgürtel arbeiten rund 200.000 Kinder als Teppichknüpfer/innen. Viele Kinder erleiden durch die Arbeit an den Webstühlen dauerhafte Gesundheitsschäden, die Wollfasern belasten ihre Atemwege, die Chemikalien zur Behandlung der Garne führen manchmal zu Vergiftungen, die lange Arbeit in gebeugter Haltung beeinträchtigt Muskeln und Knochen. Nur jedes dritte Kind, das in der Teppichindustrie arbeitet, besucht die Schule. Die Dreikönigsaktion unterstützt in Indien Partnerorganisationen, die sich für die arbeitenden Kinder einsetzen.

Westafrika: Kinderarbeit im Kakaoanbau

70% der Welternte von Kakao stammt aus Westafrika. Laut einem Bericht der Tulane Universität (USA) aus dem Jahr 2015 arbeiten alleine in der Elfenbeinküste und in Ghana mehr als zwei Millionen Kinder im Kakaoanbau. Am Beispiel Kakao lässt sich gut nachvollziehen, wie das Ansteigen von ausbeuterischer Kinderarbeit mit dem Verfall des Weltmarktpreises, oft durch Börsenspekulation verursacht, verbunden ist. Auf Grund des Preisverfalls waren erwachsene Erntehelfer/innen nicht mehr leistbar, deswegen wurde auf „billigere“ Kinderarbeit zurückgegriffen. Projektpartner/innen der Dreikönigsaktion beklagen auch immer wieder Fälle von Menschenhandel: Kinder werden aus entfernten Regionen mit falschen Versprechungen geködert und landen dann bei Schwerarbeit im Kakaoanbau.

Indien: Kinderarbeit in Steinbrüchen

Indien verfügt über die weltweit größten Vorkommen an Naturstein. Granit für Grabsteine kommt hauptsächlich aus Südindien. Der Abfall, der beim Abbau aus Sandsteinen aus dem Westen Indiens entsteht, wird zu Pflastersteinen, Garten- und Küchenplatten für den europäischen Markt verarbeitet. Auch Österreich führt in großem Umfang Steine aus Indien ein. Dass sie so billig verkauft werden können, hat unter anderem den Grund, dass sie zum Teil in Kinderarbeit abgebaut und verarbeitet werden. Mindestens 150.000 Kinder arbeiten in den lokalen Steinbrüchen Indiens.

Fakten und Hintergründe

Was ist das Problem?

Laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen 152 Mio. Kinder weltweit regelmäßig mehrere Stunden täglich arbeiten –  davon 73 Mio. unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Sehr oft verhindert die Arbeit der Kinder einen regelmäßigen Schulbesuch und schädigt in vielen Fällen die gesunde Entwicklung des Kindes.

Wir setzen uns dafür ein, ausbeuterische, gefährliche und schädliche Kinderarbeit zu stoppen.

Ist ausbeuterische Kinderarbeit nicht ohnehin verboten?

Ja, internationale Konventionen (z.B. UN-Kinderrechtskonvention, ILO-Konvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit) und nationale Gesetze vieler Länder verbieten ausbeuterische Kinderarbeit.

„Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes an, vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt und nicht zu einer Arbeit herangezogen zu werden, die Gefahren mit sich bringen, die Erziehung des Kindes behindern oder die Gesundheit des Kindes oder seine körperliche, geistige, seelische, sittliche oder soziale Entwicklung schädigen können.“

(UN-Kinderrechtskonvention von 1989, Artikel 32

Nichtsdestotrotz ist Kinderarbeit nach wie vor ein weit verbreitetes Phänomen. Dabei kann Kinderarbeit nicht als isoliertes Problem gesehen und angegangen werden. So ist es etwa unabdingbar, daran zu arbeiten, dass Familien ein ausreichendes Einkommen haben, um Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen. Die von der Staaten­gemeinschaft im Jahr 2015 beschlossene Agenda 2030 mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung bietet einen exzellenten Referenzrahmen, um insgesamt voran zu kommen. Es ist ein explizites Ziel (SDG 8.7), die (schlimmsten Formen von) Kinderarbeit abzuschaffen.

Es mangelt nicht an allgemeinen Verboten und Absichtserklärungen, jedoch an effektiven Maßnahmen zur Beendigung von ausbeuterischer Kinderarbeit.

Warum würde die gesetzliche Verankerung von Sorgfaltspflichten helfen?

Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten wurden durch die Arbeit des ehemaligen UN-Sonderberichterstatters zu Wirtschaft und Menschenrechten, John Ruggie, zu einem anerkannten internationalen Standard. Es geht dabei im Kern darum, dass Unternehmen Verantwortung für die menschenrechtlichen Wirkungen ihrer unternehmerischen Aktivitäten übernehmen. Diese Verantwortung erstreckt sich auch auf die internationalen Liefer- und Wertschöpfungsketten von Unternehmen.

Wie diese Verantwortung geartet ist, bestimmt sich durch das Wirken und den möglichen Einfluss eines Unternehmens und endet nicht an den engen Grenzen der Unternehmensstruktur. Vielmehr ist es notwendig, dass Unternehmen mittels einer Sorgfaltspflicht auch Verantwortung für indirektes Wirken im Rahmen ihrer Tochter- und Zuliefer­unternehmen übernehmen. Dafür sollen sie ein menschenrechtliches Risikomanagement­system (Human Rights Due Diligence) etablieren, das die tatsächlichen und möglichen menschenrechtlichen Auswirkungen ihrer unternehmerischen Tätigkeiten auch in ihren Wert- und Zulieferketten abschätzt, wenn nötig Maßnahmen zur Vermeidung der festgestellten Risiken ergreift und transparent darüber berichtet. Kümmert sich ein Unternehmen gar nicht darum, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt werden und agiert ausschließlich nach dem Prinzip „Hauptsache billig“, soll esfür die Verletzung seiner Sorgfaltspflicht auch für die eingetretenen Schäden haftbar gemacht werden können.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat eine Reihe von Leitfäden zur Umsetzung sektorspezifischer Sorgfaltspflichten vorgelegt, um diese für Unternehmen praktisch handhabbar zu machen. Es gibt auch einschlägige OECD-Empfehlungen zur Beendigung von Kinderarbeit. Die OECD ist überzeugt, dass sich Unternehmen mit hohen Standards letztlich auch einen Wettbewerbsvorteil sichern und hält fest: „Zahlreiche multinationale Unternehmen liefern den Beweis dafür, dass die Beachtung hoher Standards bei der Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit wachstumsfördernd wirken kann.“ (OECD-Leitsätze für Multinationale Unternehmen, Abs. 6)

Durch die Etablierung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten im unternehmerischen Kerngeschäft entsteht auf alle Akteur/innen in globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten Druck zum Handeln und zu mehr Transparenz. So wird auch wirkungsvoll gegen ausbeuterische Kinderarbeit vorgegangen.

Wo wurden menschenrechtliche Sorgfaltspflichten bereits gesetzlich verankert?

Es gibt bereits eine Reihe von Beispielen für die gesetzliche Etablierung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten auf europäischer und nationaler Ebene:

  • Im Mai 2019 wurde in den Niederlanden ein Gesetz (Wet zorgpflicht kinderarbeid) verabschiedet, das Unternehmen Sorgfaltspflichten für die Verhinderung von ausbeuterischer Kinderarbeit in ihren globalen Zulieferketten auferlegt. Nach Inkrafttreten des Gesetzes müssen Unternehmen die Risiken über das Vorhandensein von ausbeuterischer Kinderarbeit erheben, zu deren Vermeidung beitragen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. » Mehr Infos
  • Mit der 2017 in Kraft getretenen sogenannten Konfliktmineralien-Verordnung(2017/821) legt die Europäische Union erstmals bindende Sorgfaltspflichten für die Importeure von Gold, Zinn, Tantal und Wolfram fest. Dadurch soll vermieden werden, dass durch den Rohstoffimport bewaffnete Konflikte finanziert werden. Die Bestimmungen der Verordnung treten 2021 in Kraft und müssen national durchgesetzt werden.
  • In Frankreich wurde 2017 mit dem «Devoir de Vigilance»-Gesetz erstmals in Europa eine allgemeine menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für die ausländische Zulieferkette verbindlich festlegt. Unternehmen ab 5000 Mitarbeiter/innen müssen einen Sorgfaltsplan entwickeln, der menschenrechtliche Risiken des Unternehmens, seiner Filialen und Zulieferbetriebe identifiziert und angemessene Sorgfaltsmaßnahmen zur Verhütung von Menschenrechtsrisiken bestimmt.
  • In Großbritannien wurde 2015 der Modern Slavery Act beschlossen. Das Gesetz richtet sich gegen moderne Formen von Zwangsarbeit und Menschenhandel und verpflichtet große Unternehmen dazu, über diesbezügliche Risiken in ihrem Unternehmen sowie in der Lieferkette zu berichten und darzulegen, welche Schritte sie ergriffen haben, um diese Risiken zu bewerten und angemessen zu reagieren.

Initiativen zur gesetzlich verbindlichen Verankerung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten – zumindest für einzelne Hochrisikosektoren – gibt es u.a. in der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland. Mit dem Sozialverantwortungsgesetz liegt auch dem österreichischen Nationalrat ein entsprechendes Gesetz für die Textil- und Bekleidungsbranche vor.

Österreich hat in Sachen Wirtschaft und Menschenrechte Nachholbedarf: Das UN-Komitee für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte hat Österreich im Jahr 2013 explizit aufgefordert, die Auslandsaktivitäten öster­reichischer Unternehmen stärker zu regulieren und zu kontrollieren. Seither ist diesbezüglich wenig passiert. Ein entsprechender nationaler Aktionsplan zur nationalen Umsetzung der UN-Leitprinzipien zu Wirtschaft und Menschenrechten ist weiterhin ausständig.

Seit dem Jahr 2014 läuft auch auf UN-Ebene ein Prozess zur Erarbeitung eines Abkommens zu „Verantwortlichkeiten transnationaler Unternehmen und anderer Wirtschaftsunternehmen im Hinblick auf die Menschen­rechte“. Die fünfte Sitzung der entsprechenden zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe im Oktober 2018 wird einen Vertrags­textentwurf diskutieren, der u.a. das Erlassen einer nationalen Gesetzgebung zu menschenrechtlichen Sorgfalts­pflichten in den Vertragsstaaten vorsieht.

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